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Hinter den Kulissen

5 Fragen an HANS THOMALLA

17.05.17 | musica viva Team

Das Klavierkonzert „Ballade“ von Hans Thomalla wird im Rahmen des Orchesterkonzerts der musica viva am 2. Juni 2017 uraufgeführt. Der Komponist beantwortete 5 Fragen der musica viva über dieses Werk, seinen liebsten Arbeitsort und seinen Alltag als Komponist.

musica viva: Gab es eine nennenswerte Inspiration für das Stück „Ballade“?

Hans Thomalla: Das Klavierkonzert basiert auf meinem Klavierstück „Ballade.Rauschen“ – das ist also quasi die direkte Inspiration. Indirekt die vielen Klavierstücke, die erzählerische Formmomente aufnehmen, also Balladen, aber auch Rhapsodien, Impromptus und viele mehr. Einige tauchen in kurzen Erinnerung-Augenblicken im Stück auf.

musica viva: Wo genau ist dieses Stück entstanden? Und in welchem Umfeld arbeiten Sie am liebsten?

Thomalla: In meinem Büro an der Northwestern Universität in den USA, im Wohnzimmer meiner Lebensgefährtin in Palo Alto, in Hotelzimmern, Bibliotheken – aber am besten arbeite ich an meinem Schreibtisch zu hause. Anbei ein Bild …

Ein Arbeitsplatz von Hans Thomalla.

musica viva: Wann entsteht der Titel eines neuen Stücks – am Anfang oder am Ende des Entstehungsprozesses?

Thomalla: Titel stehen manchmal ganz am Anfang, quasi als Leitfaden für den Kompositionsprozess, manchmal am Ende, wenn es einen schlagartig trifft, was wie eine Überschrift über allem stehen kann, und manchmal, wie auch diesmal, kristallieren sie sich im Lauf der Arbeit heraus.

musica viva: Wie stellen sich Leute einen Komponistenalltag vor, gibt es ein Klischée? Und wie ist es wirklich?

Thomalla:  Haha – da müssen sie die Leute fragen, nicht den Komponisten. Aber vielleicht so: nächtelanges Schreiben, mit Ideen und Klängen ringend, viel Kaffee, zerzaustes Haar? Ich habe viele Jahre versucht, ganz „normal“ wie ein Büro-Job, von morgens bis abends zu schreiben, weil mir alle falsche Sentimentalisierung künstlerischer Arbeit zuwider war (und musikalische Kreativität, die uns doch ständig begleitet, exotisiert). Aber in den letzten Jahren habe ich eingesehen, dass mein Kompositionsprozess nicht immer in diese Strukturen passt, und manchmal einer eigenen Dynamik folgt. Ich versuche dennoch, jeden Morgen konzentriert zu schreiben, und auch nachmittags (wenn ich nicht unterrichte), aber akzeptiere auch eher die fast rauschhaften Anfälle, wo ich bis spät in die Nacht eine Idee oder einen Klang zu greifen versuche.

musica viva: Was war Ihre letzte musikalische Entdeckung?

Thomalla: Roadrunner, von den Modern Lovers (Dank an Joshua Clover, der Poet, der die Song-Lyrics für meine neue Oper schreibt).

 

Die 5 Fragen stellte das musica viva Team sowohl an Hans Thomalla, als auch an Oscar Bianchi, dessen Werk „Inventio“ auch am 2.6.2017 uraufgeführt wird. 

Weitere Informationen zu diesem Orchesterkonzert finden Sie auf www.br-musica-viva.de.


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