Ensemble Modern Orchestra mit Vimbayi Kaziboni

Mittwoch, 29. September 2021 | Prinzregententheater München | 20.00 Uhr

Zweite Aufführung

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Heiner Goebbels, Vimbayi Kaziboni © LMN Berlin
Programm

Heiner Goebbels [*1952]

A House of Call. My Imaginary Notebook [2020]
Aufführung im Rahmen der Ensemble Modern Orchestra Tournee

Kompositionsauftrag von Ensemble Modern, Berliner Festspiele/Musikfest Berlin, Kölner Philharmonie, beuys2021, Elbphilharmonie Hamburg, musica viva/Bayerischer Rundfunk, Wien Modern und Casa da Música.


Mitwirkende

Ensemble Modern Orchestra
Vimbayi Kaziboni, Leitung
Heiner Goebbels, Lichtregie
Norbert Ommer, Klangregie

Ein Projekt im Rahmen von BTHVN 2020. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Das Münchner Gastspiel des Ensemble Modern Orchestra wird ermöglicht von der Ernst von Siemens Musikstiftung.

Tickets

Vorverkauf ab Dienstag, 17. August 2021. Ab diesem Zeitpunkt gelangen Sie von hier direkt in den Onlineshop.

 

Zum Programm

1980 wurde das Ensemble Modern gegründet. 18 Jahre später folgte die Gründung des Ensemble Modern Orchestra, um auch in die Superlative der Besetzungsgrößen vorzustoßen. Bereits auf der Gründungstournee hatte das Ensemble Mo­­dern Orchestra ein Orchesterwerk von Heiner Goebbels im Programm.

Auf Initiative des Musikfest Berlin und des Ensemble Modern schrieb der Komponist zum Beethoven-Jahr 2020 erneut ein abendfüllendes Orchesterwerk für die große Formation des Frank­furter Klangkörpers, das im September 2020 uraufgeführt und auf Tournee hätte gehen sollen. Dann kam die Covid-19-Pandemie. Alle Partner konnten jedoch die Uraufführung und die anschließende Tournee dieses außergewöhnlichen Projektes um exakt ein Jahr verschieben: auf den September 2021 und die Folgemonate.

A House of Call. My Imaginary Notebook ist ein vierteiliger Zyklus von Kompositionen, in denen das Ensemble Modern Orchestra auf Stimmen reagieren wird, die Heiner Goebbels in einem imaginären Notizbuch bewahrt hat; Stimmen, auf die er bei Projekten, Reisen, Begegnungen oder in Archiven – manchmal auch zufällig – gestoßen ist und die jetzt mit ihren eigenen Klängen und Sprachen wiederkehren und ‚den Ton angeben‘: Dialoge, Beschwörungen, Gebete, Anrufungen, Aufrufe, Sprechakte oder Lieder. Es sind unverwechselbare, ‚eigentümliche‘ Stimmen, die jetzt, meist zum ersten Mal, auf einer Konzertbühne zu Gehör kommen. Die Musikerinnen und Musiker des Orchesters antworten darauf, individuell oder kollektiv, wie der Chor in einem ‚Responsorium‘: sie kommentieren, unterbrechen, unterstützen und widersprechen.

„a prolonged visit to a house of call“ – die Zeile findet sich bei James Joyce in FINNEGANS WAKE, auf Seite 41, unweit des onomatopoetischen ‚roaratorio‘, das dem Hörstück von John Cage den Namen geben sollte. Ein Hörstück, das mich nachhaltig geprägt hat, weil sich John Cage inmitten eines Stroms vieler Stimmen, Mesostichon für Mesostichon, durch die 628 Seiten des Romans liest – wie ein ‚gesungenes Schreiben der Sprache‘. So hat Roland Barthes die Rauheit (Körnung) der Stimme beschrieben, und diese Rauheit – le grain de la voix – macht das Gemeinsame der Stimmen aus, die sich in meinem imaginären Notizbuch eingefunden haben.

Heiner Goebbels, 2020

In vielen der Arbeiten von Heiner Goebbels spielt die Anziehung abwesender, akusmatischer Stimmen eine wichtige Rolle; ob 1981 auf seiner ersten Single Berlin Kudamm 12.4.81 (1981), in der Chaconne / Kantorloops aus Surrogate Cities (1994), in der Performance Stifters Dinge (2007), der Klang-Installation Genko-An (2008ff.) oder in seinen Hörstücken. In A House of Call werden die Stimmen zum ersten Mal zu Protagonisten eines ganzen Konzertes.

Nach der Uraufführung beim Musikfest Berlin in der Philharmonie Berlin am 30. August 2021 kommt die Produktion am 28. und 29. September zur musica viva des Bayerischen Rundfunks in das Münchner Prinzregententheater.

Das Konzert im Radio

BR-KLASSIK sendet das Konzert live im Radio.

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