Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Matthias Pintscher

Freitag, 17. März 2023 | Herkulessaal der Residenz München | 20.00 Uhr

Einführung: 18.45 Uhr

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Xenakis - Pintscher - Czernowin © LMN Berlin
Programm

Iannis Xenakis [1922–2001]

Shaar
für Streichorchester [1983]

Matthias Pintscher [*1971]

Neharot
für großes Orchester [2020]

Chaya Czernowin [*1957]

Atara
Lamento für Orchester mit zwei Stimmen auf einen Text von Zohar Eitan [2020–21]

Kompositionsauftrag von Wien Modern, der musica viva des Bayerischen Rundfunks, mit freundlicher Unterstützung der Freunde des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks e.V.
Deutsche Erstaufführung


Mitwirkende

Sophia Burgos Sopran

Holger Falk Bariton

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks

Matthias Pintscher Leitung

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Zum Programm

Iannis Xenakis komponierte mit seinem auf alttestamentarischen Ideen beruhenden Orchesterstück Shaar ein fesselndes Klangdrama, in dem die Musik über brodelnden Abgründen den archetypischen Kampf von Gut gegen Böse thematisiert. In ihm erzählt die Musik mit expressiven Glissandi, bebenden Klangballungen und insistierenden Tonrepetitionen vom Ringen eines Weltenerlösers mit dem Satan, wobei letzterer mit Hinterlist die Oberhand behält. Vor ewiger Verdammnis rettet jedoch ein geheimes Tor (»Shaar«), das sich plötzlich unter ätherischen Violinklängen öffnet und einen Weg aus dieser Welt weist.

Matthias Pintschers Neharot – hebräisch für »Flüsse«, aber auch für »Tränen« – ist in den Worten des Komponisten eine musikalische Reflexion der »Verwüstung und Angst, aber auch der Hoffnung auf Licht, die diese Zeit unseres Lebens so emotional geprägt hat«. Das zu Beginn der Pandemie in den USA komponierte Lamento reflektiert die Stimmungen der Menschen in New York im Frühjahr 2020, und ist all jenen gewidmet, die wir in dieser Zeit verloren haben.

Chaya Czernowins Atara (hebräisch: »Krone«) für großes Orchester, Sopran und Bariton wiederum entstand als Klagegesang über die menschliche Hybris einer allumfassenden Kontrolle, die immer in einem Gefühl der Machtlosigkeit endet – und erlangte durch die Ereignisse der Pandemie unvermutete Aktualität. Dem sich in gewaltigen Blöcken langsam bewegenden Orchester steht die kammermusikalische Formation der Gesangsstimmen »fragil und wie verloren« gegenüber – in »den riesigen Räumen, die unvermittelt vom Orchester aufgestoßen werden« (Czernowin).

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