Dirigentenakademie Peter Eötvös

München, 9.-11. und 16.-18. Oktober 2015
Eine Initiative der musica viva des Bayerischen Rundfunks in Kooperation mit der Peter Eötvös Contemporary Music Foundation
 im Rahmen des Stockhausen-Festivals der musica viva

Ausgewählte Teilnehmende der diesjährigen Dirigentenakademie (Stand: 1.Oktober 2015) sind unter anderem Marie Jaquot (Frankreich), Adrian Heger (Deutschland), Kah Chun Wong (Singapur), Peter Tilling (Deutschland), Luis Thomas Nesa (Argentinien/Bolivien), Chung Hun (Südkorea), Richard Fletscher (USA), Alexander Humala (Weißrussland), Wei-Chieh Lin (China), Yalda Zamani (Iran/Algerien).

Die Dirigenten-Akademie wendet sich an studierende und junge professionelle Dirigenten des internationalen Musiklebens. Die Leitung übernimmt Peter Eötvös, der nicht nur während der Entstehung und der Uraufführung 1969 durch die New Yorker Philharmoniker und bei der Deutschen Erstaufführung mit den Berliner Philharmonikern Stockhausens Assistent war, sondern auch seine Karriere als international renommierter Dirigent mit diesem Werk startete, das er seither vielfach aufgeführt hat. Ihm zur Seite stehen die beiden Co-Dirigenten Pedro Amaral und Wolfgang Lischke. Die Akademie findet unter Mitwirkung des Bayerischen Landesjugendorchesters statt, welches an drei Wochenenden vom 9. bis 25. Oktober das Werk einstudiert.

Die Hymnen stellen insbesondere für die junge Musikergeneration ein faszinierendes Zeugnis einer künstlerisch-medialen, von der Rundfunkästhetik und -technologie geprägten Weltbeschreibung dar, die von der  zeitgeschichtlichen Situation der 60er Jahre (Kalter Krieg, beginnende Entspannungspolitik) ausgeht und zugleich musikalisch-kompositorisch weit ihrer Zeit voraus ist. So ist die Komposition Hymnen. Elektronische Musik mit Orchester auch heute noch ein äußerst avanciertes Werk neuer Musiksprache ersten Ranges. Als 1990, ein Jahr nach dem Fall der Mauer, Stockhausens Hymnen das Festival „Frankfurt Feste“ eröffneten, wurde erneut die Aktualität dieses außergewöhnlichen, aus den Nationalhymnen aller Länder der Welt geformten „theatrum mundi“ deutlich: ein authentischer Blick zurück, zugleich ein Spiegel der Gegenwart von heute und eine zukunftsweisende Musiksprache, die eine besondere Herausforderung für die aufführenden Musiker und Dirigenten darstellt. Hymnen. Elektronische Musik mit Orchester hat seither eine echte Renaissance auf den internationalen Konzertbühnen erlebt, u.a. in Köln, Berlin, Warschau und Amsterdam.

Hymnen. Elektronische Musik mit Orchester verlangt eine sehr aufwändige technische Einrichtung. Die knapp 50minütige Orchesterkomposition erklingt nicht nur minuziös durchsynchronisiert mit der Dritten Region aus der elektronischen Tonbandkomposition Hymnen, sondern sie verlangt darüber hinaus ein vollständig durchmikrophoniertes Orchester von 58 Musikern, das mehrkanalig über eine live-elektronische Klangregie (Leitung: Paul Jeukendrup) über dem Auditorium abgestrahlt wird. Das BLJO erhält im Rahmen dieser Akademie die Gelegenheit, die für die Konzerte mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks im Rahmen des Stockhausen-Festivals der musica viva geschaffene technische Infrastruktur im Herkulessaal mitzunutzen.

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